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    Stein, Keramik, Sanitär
Das Branchenmagazin für Gestaltung, Technik & Marketing 2-2001


Wasserlos in die Urinal-Zukunft


  Auch wenn "Mann" immer noch etwas irritiert davor steht: Das ohne Spülwasser funktionierende Urinal scheint immer mehr Verbreitung zu finden, insbesondere nachdem ihnen seriöse Prüfinstitute die Erfüllung hygienischer Anforderungen attestiert haben. Problematisch, weil ungewohnt und optisch unattraktiv, war bislang ihr Anblick.  
 
Auch für das System Ernst gibt es eine keramische Variante. Die Seelen-Verwandtschaft zu Duravit via Laufen-Gruppe ist ein einem kleinen Detail erkennbar: Auch hier gibt es eine eingebrannte "Zielhilfe": Alternativ zur Fliege eine stilisierte Bombe

 


In der ersten Generation der wasserlosen Urinale verwendete man zumeist Kunststoffkörper, die im Laufe der Jahre nicht gerade ansehnlicher wurden. Doch mittlerweile sind diese Urinale auch optisch genauso attraktiv wie wassergespülte, denn sie sind jetzt auch aus Sanitärkeramik zu haben anstatt wie bisher nur aus Kunststoff. Nach einer gemeinsamen Entwicklung haben, so eine Verlautbarung aus Anlass der ISH 2001, der Schweizer Herstellers F. Emst Ingenieur AG, die Keramik Laufen AG und die Villeroy & Boch AG, wasserlos funktionierende Keramikurinale vorgestellt. Der Vorteil der Sanitär-Keramik - seit langem manifestiert - besteht darin, dass die Oberfläche lichtecht ist und sich nicht verfärben kann. Auch nach vielen Jahren bleibt sie weiß. Selbst Zigarettglut kann dem Material wenig anhaben - bei Kunststoff-Urinalen hinterlassen die glühenden Zigarettenstummel Brandflecken.

Gegenüber den Kunststoffurinalen haben die keramischen nun eine größere Ausladung, so dass die Verschmutzung zusätzlich reduziert wird. Dafür sorgt auch ein bereits bei konventionellen Urinalen verwendetes "Extra" der Emst Urinale: eine kleine Fliege oder eine Bombe, die direkt oberhalb des Siphons als "Zielhilfe" in die Glasur eingebrannt ist. Darüber hinaus passt die weiße Keramik zu den meisten anderen Sanitärobjekten, wie Toiletten oder Waschbecken, da diese in der Regel aus dem selben Material gefertigt sind. Die wasserlosen Ernst Urinale der Modelle 5000 und 6000 sind den Installateuren in der wassergespülten Variante bereits bekannt, so dass auch die Montage der wasserlosen Modelle kein Problem darstellt.

Das Prinzip hat inzwischen Hygienetests sicher bestanden: Herzstück der wasserlosen Urinale ist in diesem Fall ein Spezial-Siphon, in dem sich eine biologisch abbaubare Flüssigkeit befindet, die spezifisch leichter ist als Urin. Dadurch wird der Urin gefiltert und dann von der Sperrflüssigkeit abgedeckt - der Geruch kann nicht mehr austreten. Die Oberfläche der Urinale ist mit einem biologisch abbaubaren Desinfektionsmittel imprägniert. Diese Beschichtung verhindert die Vermehrung von Bakterien im Urinal, die sonst ebenfalls zu unangenehmen Gerüchen führen kann. Gleichzeitig sichert das Desinfektionsmittel den Hygiene-Standard der Schweizer Ernst-Urinale.

Die Instandhaltungs- und Pflegekosten für diese Urinale bleiben deutlich unter denen wassergespülter. Denn neben dem eingesparten Wasser können auch defekte Spülanlagen nicht mehr zu Buche schlagen. Auch hartnäckige Ablagerungen, Verstopfungen oder zugewachsene Ablaufleitungen gibt es nicht. Darüber hinaus sind meist sogar die Investitionskosten niedriger, da die wasserlosen Urinale ohne zusätzliche Installation von Wasserleitungen auskommen.


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