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  Sanitär- und Heizungstechnik
64. Jahrgang Januar 1999


System Ernst: Wasserlose Urinale sparen
Kosten und beseitigen lästigen Geruch

 

Das "System Ernst" gibt es als Standanlage oder Einzelbecken und ist daher für unterschiedliche Einsatzgebiete, von Firmen über Schulen bis hin zu öffentlichen Toiletten, geeignet. Urinalanlagen ohne Wasserspülung sind gemäß DIN 1986 zulässig. Das Prüfungszeugnis für die Anlage wurde von der Landesgewerbeanstalt unter der Nummer P-4021 im Jahr 1996 erneuert.

Bereits seit 40 Jahren sind die wasserlosen Urinale "System Ernst" der Schweizer Firma F. Ernst Ingenieur AG im Einsatz. Stadtverwaltungen in Frankfurt a.M., Mannheim, Stuttgart, Ulm und Hannover sowie Firmen wie die Deutsche Aerospace AG ziehen nach der Umstellung auf die Ernst-Urinale eine durchweg positive Bilanz: Die Kosten für Wasser, Installation und Instanthaltung sanken bis zu 50 Prozent im Vergleich zu wassergespülten Urinalen. Als weitere Vorteile verbuchen die Betreiber, daß Probleme wie Geruchsbelästigungen oder verstopfte Leitungen nicht mehr auftreten.

Die Urinale "System Ernst" kommen vollständig ohne Wasser aus, damit entfallen die Abwassergebühren komplett, da sich diese nach dem Frischwasserverbrauch errechnen. Zudem sind die wasserlosen Urinale umweltfreundlich, denn neben der Einsparung von wertvollem Trinkwasser arbeiten sie mit biologisch abbaubaren Mitteln.

Kernstück: Der Ernst-Siphon

Die Technik ist denkbar einfach. Die herkömmliche Wasserspülung wird beim "System Ernst" durch zwei Komponenten ersetzt: Spezial-Siphon und Hygienebeschichtung. Kernstück ist ein Siphon, in dem sich eine Sperrflüssigkeit befindet, die spezifisch leichter ist als Urin. Diese filtert den Urin und schwimmt dauerhaft oben. Dadurch wirkt sie als zuverlässiger Geruchsverschluß. Dieser Siphon wurde erstmals 1958 durch das Institut für Bautechnik in Berlin zugelassen (PA-I 1021). Biologische Imprägnierung verhindert Geruch:

Die Oberfläche der Urinale ist mit einem biologisch abbaubaren Desinfektionsmittel imprägniert. Diese Beschichtung verhindert die Vermehrung der Bakterien

im Urinal - unangenehmer Geruch kann sich erst gar nicht bilden. Gleichzeitig sorgt das Desinfektionsmittel für einen permanenten Bakterienabbau und somit für einen hohen Hygiene-Standard. Das Dauerproblem der Geruchsbelästigung, das in vielen Toiletten an der Tagesordnung ist, läßt sich mit wasserlosen Urinalen endgültig beseitigen.

Einfache Reinigung und Wartung: Die Ernst-Urinalanlagen lassen sich leicht reinigen. Die Sperrflüssigkeit im Siphon wird bei Bedarf ergänzt. Die Oberflächenbeschichtung und der Siphoneinsatz müssen, je nach Benutzungshäufigkeit, regelmäßig erneuert werden. Vertragsfirmen im gesamten Bundesgebiet bieten diese Wartung als Service-Paket an.

Die Ernst-Urinale sind kostengünstig: Die lnstandhaltung sind Reinigungskosten für das "System Ernst" liegen deutlich unter denen für Urinale mit Wasserspülung. Defekte Spülanlagen - ein typisches Ärgernis bei wassergespülten Urinalen - treten nicht mehr auf. Auch hartnäckige Ablagerungen, Verstopfungen oder zugewachsene Ablaufleitungen, die teure Reparaturen erfordern, gibt es nicht mehr. Zudem sind die Anschaffungskosten für das "System Ernst" in der Regel geringer als bei Urinalen mit Wasserspülung, da keine lnstallationskosten für Wasserzuleitungen entstehen. Die Deutsche Bundespost Telekom führte von 1990 bis 1991 einen Betriebsversuch durch, um die Wirtschaftlichkeit der Urinalanlagen "System Ernst" zu ermitteln. Die Ergebnisse veranlaßten die Deutsche Bundespost Telekom dazu, die wasserlosen Urinale aus wirtschaftlicher und hygienischer Sicht zu empfehlen. In dem Bericht heißt es: "Bereits bei einer täglichen Frequentierung von 11 Personen pro Urinal lohnt der Einsatz wasserloser Anlagen".

Referenzen sprechen für sich

Aber es gibt noch eine Reihe weiterer Beispiele: So beziffert der Betreiber der Autobahnrastanlage "Ellwanger Berge Ost" die jährliche Ersparnis seit dem Einbau der "Ernst-Urinale" auf 29 000 DM. Die Stadt Augsburg errechnet am Beispiel einer Schule, an der 18 Urinale eingebaut wurden, eine Kostensenkung von 25 000 DM jährlich. Zudem hätten sich die Investitionskosten durch die Ersparnis innerhalb von zwei Jahren amortisiert, bestätigt das Schulverwaltungsamt der Stadt Augsburg, das den Einbau weiterer Trockenurinale an Augsburger Schulen plant. Auch die Stadtverwaltungen Mannheim, Frankfurt a. M. und Hannover bestätigen dem Hersteller niedrigere Betriebskosten im Vergleich zu wassergespülten Urinalen.



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