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Ausgabe 4/99


Wasserverbrauch -
wider dem Rausch der Toilettenspülung


(MR) Bis zu 45 Liter Trinkwasser spült jeder einzelne tagtäglich durch die Toilette. In der Kanalisation gelandet, verliert es seinen Wert. Seit nunmehr 40 Jahren tritt die Schweizer Firma Ernst mit wasserlosen Urinalen der Verschwendung von Wasser entgegen.

Kernstück der für Männer gemachten Technik ist ein spezieller Siphon, in dem sich eine Sperrflüssigkeit befindet, die spezifisch leichter ist als Urin. Sie fildert den Urin, schwimmt dauerhaft obenauf und schließt den Geruch nach oben ab. Die Trägersubstanz der als Urinol bezeichneten flüssigen Sperre ist nach Aussagen der Hersteller kein Öl, die ist absolut untoxisch, sehr gut biologisch abbaubar und nicht wassergefährdend. Urinol besteht weiterhin aus einem Desinfektionsmittel pflanzlicher Herkunft, das voll biologisch abbaubar ist. Eine dritte Komponente bilden Riechstoffe, die teils aus natürlichen ätherischen Ölen und teils aus synthetisch hergestellten Stoffen bestehen. Die Oberfläche der Urinale ist mit einem biologischen Desinfektionsmittel imprägniert. Der antibakterielle Belag verhindert, daß der typische Uringeruch entsteht. Auch hier garantieren die Hersteller eine vollständige biologische Abbaubarkeit. Das Desinfektionsmittel ist in ein Stoffgemisch eingebunden, das sich wie eine Kunsthaut auf die keramische Oberfläche legt. Die Trockenurinale sind weltweit mehr als 200.000 mal verkauft worden und schneiden in der Beurteilung der Anwender sehr gut ab. 1995 ließ das Schulverwaltungsamt der Stadt Augsburg im städtischen Peutinger-Gymnasium erstmals die wasserlosen Urinale installieren.
Nach Abzug der Wartungskosten errechnete das Schulverwaltungsamt besonders durch den gesunkenen Wasserverbrauch eine jährliche Einsparung von rund 25.000 Mark. Die Kosten der Installation haben sich nach weniger als zwei Jahren amortisiert. Auch die Referenzen anderer Nutzer, von Stadtverwaltungen bis hin zu Großunternehmen sprechen für das wasserlose Pendant zum herkömmlichen Urinal. Ab elf Personen pro Urinal und Tag soll sich die Anlage rechnen.



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